1. Was ist Ekzem?
Ekzem (Sommerekzem) ist eine allergische Reaktion. Allergische Reaktionen entstehen durch eine Fehlfunktion des Immunsystems.
Die allergische Reaktion wird durch den Stich der Cullicoidemücke verursacht. Von der Mücke wird Eiweiß in die Pferdehaut injiziert, worauf das Immunsystem des Pferdes 'übertrieben' reagiert.
Das Ekzem und der damit verbundene Juckreiz entsteht an der Stelle des Mückenstiches. Es ist ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Mückenstich beim Menschen; die Haut um den Stich entzündet sich, es juckt und man kratzt sich. Das Scheuern der Pferde kann zu Haarausfall und Schürfwunden führen, die Entzündungen verursachen. Das Sommerekzem kommt bei Pferden in allen Altersklaßen vor.
2. Wann und wo hat das Pferd Beschwerden durch Ekzem?
Die "Ekzemsaison" kann schon kurz nach den Wintermonaten beginnen und bis in den Herbst hinein andauern. Das Pferd hat die meisten Beschwerden während des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs. Die Cullicoidemücken sind dann am aktivsten. Die Cullicoidemücke bevorzugen und verabscheuen bestimmte Wetterlagen.
Cullicoidemücken lieben warmes, schwüles Wetter. Die Mücken vermehren sich in Schlamm und Mist. Eine sumpfige Weide und ein Misthaufen in unmittelbarer Nähe erhöhen das Risiko auf Ekzem erheblich.
Cullicoidemücken verabscheuen trockenes, heißes Klima und starken Wind. Sie halten sich vor allem an waldreichen, windgeschützten Stellen auf. In Küstennähe gibt es so gut wie keine Vorkommen.
Die Cullicoidemücke ist ein schlechter Flieger. Sie ist sehr klein, kann nur einige Meter fliegen und zudem schlecht kriechen. Sie hält sich gern an Waldrändern und Sträuchern auf.
Es wird auch vermutet das der hohe Eiweißgehalt im frischen Gras eine Ursache des Sommerekzems ist. Dies ist allerdings nicht bewiesen. Es ist in jedem Fall sehr wichtig mehr als nur Kraftfutter zu füttern. Pferde benötigen den Tag über Raufutter in Form von Gras, Heu oder Silage.
3. Was für Behandlungsmethoden gibt es gegen Ekzem?
Es sind verschiedene Methoden zu nennen:
- Futterzusätze
- Alternative Arzneimittel
- Reguläre Arzneimittel
- Stallhaltung
- Ekzemdecken
Die Wirksamkeit von Futterzusätze und alternativen Arzneimitteln ist nicht bewiesen. Futterzusätze können sogar Allergien fördern. Falls bei einem Pferd allerdings ein Mangel an bestimmten Nährstoffen festgestellt wird, können Futterzusätze einen positiven Effekt bewirken.
Reguläre Arzneimittel können wirksam sein. Allerdings haben einige Arzneimittel auch unerwünschte Nebenwirkungen.
Durch Stallhaltung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang werden die Pferde zu einem Zeitpunkt, an dem die Stechmücken am aktivsten sind, geschützt. Durch Stallhaltung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und das Tragen einer Ekzemdecke wurde eine deutliche Verbeßerung bewirkt.
Ekzemdecken
Durch das Tragen einer Ekzemdecke wird das Pferd an den meisten Stellen bedeckt und gegen Stiche geschützt. Je weniger Stiche, desto geringer sind die Chancen auf Entstehung eines Ekzems. An der Stelle, an der die Culicoides-Mücke sticht, entsteht auch das Ekzem. Diese Entwicklung wird durch das Tragen der Decke eingeschränkt.
Die meisten Tierärzte und Pferdebesitzer betrachten Ekzemdecken als optimales Mittel gegen die Entstehung von Ekzemen.
Hierfür gelten mehrere Gründe:
- Es entstehen keine Nebenwirkungen wie beispielsweise bei Arzneimitteln.
- Anwenderfreundlich.
- Die Methode hilft nachweislich.
- Aus der Vergangenheit ist eine sehr große Anzahl positiver Ergebniße bekannt.
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Quellenangabe:
diese Fragen wurden, in einer Reihe wissenschafftlicher Artikel über Sommerekzem bei Islandpferden, durch Frau Floor Wempe beantwortet.
